Investieren für Faule: das geht mit einem Robo-Advisor

Lesedauer 5 Minuten

Du bist Faul, möchtest aber trotzdem dein Geld ohne viel Arbeit investieren? Ein Robo-Advisor hilft dir!

Du möchtest schon seit längerem dein Geld sinnvoll Investieren, doch traust dich an das ganze Thema nicht richtig dran oder du hast gar einfach keine Lust dich damit zu beschäftigen? Dann solltest du keine Zeit mehr vertrödeln und dich mit einem Robo-Advisor anfreunden. Denn dieser Robo-Advisor nimmt dir alle Arbeiten ab und investiert dein Geld ganz automatisch.

Du musst nur zu Beginn ein paar Fragen beantworten und schon bekommst du deine einen Anlagevorschlag. Somit hast du schnell und einfach und ganz faul dein Geld investiert. Doch ein wenig mehr solltest du noch lesen, bevor du dein Geld deinem neuen Robo-Advisor anvertraust.

Investieren für Faule: Was ist ein Robo-Advisor?

Was ist ein Robo-Advisor

Um es relativ kurz und knapp zu erklären -> Ein Robo-Advisor nimmt dein Geld, investiert es je nach deiner Risikobereitschaft in verschiedenen Werpapieren und Anlageklassen und überwacht diese in regelmäßigen Abständen. Dafür bekommt der Betreiber des Robo-Advisor eine kleine Gebühr. Diese Gebühren sind meist günstiger als ein aktiv gemanagter Fonds aber doch etwas teuer wie z.B. ein ETF-Sparplan.

Ich selbst habe mich vor längerer Zeit für den Robo-Advisor von Oskar entschieden, weil ich für meine Kinder etwas Geld investieren wollte und ich es auch super fand, das die Großeltern, aber auch Paten oder Verwandte beim Investieren mit beteiligen können.

Wie funktioniert ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor nimmt die als Investor das Investieren deines Gelds ab. Zuerst fragen die Anbieter der digitalen Anlagehelfer, wie viel Risiko du als Kunde eingehen möchtest. Der Anbieter schlägt dir dann eine passende Anlagestrategie vor und setzt diese mit deinem investierten Geld um.

Robo-Advisor
Robo-Advisor

Zu Beginn wirst du zuallererst einen Fragebogen ausfüllen, damit dein Anlagehelfer auch weis, welches Risiko du eingehen möchtest. Meist sind es schon gezielte Fragen zu deinem Vermögen und wie viel Verluste du etwa bei einem Börsencrash vertragen kannst. Aus deiner Risikoermittlung heraus, weis dein Anlagehelfer, auf welche Anlageklassen dein Geld verteilt werden soll. Anlageklassen sind zum Beispiel Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien. Wer weniger Risiko tragen möchte, bekommt mehr Anleihen beigemischt. Diese Anlageklasse erwirtschaftet aktuell kaum Zinsen, bewirkt aber, dass das Portfolio etwas weniger schwankt.

Nachdem du all diese Informationen und Fragen beantwortet hast, wirst du als Kunde bei deinem ausgewählten Anbieter ein Depot eröffnen müssen. Erst dann setzt dein Robo-Advisor dein ausgewähltes Portfolio um. Er sucht günstige Aktienfonds (ETFs) heraus und kauft und verkauft diese. ETFs sind Fonds, die Listen (Indizes) von Aktien und Anleihen einfach nachbauen – manchmal auch Rohstoff- und Immobilienindizes.

Was kostet ein Robo-Advisor für Faule

Die meisten Robo-Advisor investieren in kostengünstige ETFs. Wen du z.B. direkt in einen günstigen ETF investieren würdest, legen hier die Verwaltungsgebühren bei 0,3 Prozent. Für den Service des Robo-Advisor, der quasi dein Geld automatisch managt, kommen noch einmal Gebühren obendrauf. Diese Gebühren können von Anbieter zu Anbieter variieren und liegen meist zwischen 0,5 und knapp über 1 Prozent jährlich. Aber dafür brauchst du dich weiter um nicht mehr kümmern und kannst zusehen wie dein Geld Monat für Monat automatisch verteil und investiert wird.

Wie unterscheiden sich Robo-Advisor?

Die Robo-Advisors der verschiedenen Anbieter unterscheiden sich in erster Linie in aktive und passive Anlagehelfer, aber es gibt auch Robo-Advisor ohne Risikoeinstufung, bei denen man in der Regel keinen Fragebogen ausfüllen muss, sondern nur aus vorgefertigten Portfolios auswählen kann. Hier nimmt man dann die Risikoeinschätzung selbst in die Hand.

Ein aktiver Robo-Advisor verteilt dein Vermögen laufend je nach Börsengeschehen in verschiedene Fonds um. Durch das aktive Umschichten deines Geldes wird versucht Verluste zu begrenzen. Hierfür sind in der Regel Simulationen notwendig, hierfür braucht es Annahmen über Verteilung von Renditen. Dafür benötigen diese Anbieter von aktiven Robo-Advisors hausinterne Analysten.

Ein passiver Robo-Advisor folgen einem passiven Ansatz bei der Streuung deines Vermögens. Hier wird an deiner vorher festgelegten Anlagestrategie festgehalten. Das einzige, das die Anbieter der passiven Robo-Advisors wenige male im Jahr machen, das sie deine ursprüngliche Gewichtung deines Portfolios wieder herstellen. Dieser Vorgang nennt sich Rebalancing und wird gemacht, wenn z.B. einige Werte in deinem Portfolio zu stark gewachsen sind und somit eine Übergewichtung in deinem Portfolio stattgefunden hat.

Robo-Advisor schützen dennoch nicht vor Verlusten

Du solltest aber bei den ganzen Automatismus nicht vergessen, auch wenn der Anbieter deines Robo-Advisor dein Geld verwaltet, Käufe und Verkäufe managt. Ein Schutz vor Kursverlusten und sonstigen Anlagerisiken ist die automatisierte Geldanlage nicht! Geht es etwa an der Börse wie zuletzt im März beim Corona-Crash nach unten oder steigen die Zinsen deutlich an, schlagen sich die Kursänderungen bei Aktien und Anleihen auch in deinem Depot nieder. Je nach den Schwerpunkten des Anlagemodells kann die Wertentwicklung kurzfristig auch deutlich von einer selbstgemachten Geldanlage mit Aktien-ETFs, Tagesgeld und Festgeld abweichen.

Ein Robo-Advisor ist eine automatisierte Geldanlage für Faule

Über einen Robo-Advisor kannst du nachdenken, wenn du lieber einen Teil deiner Verantwortung für dein Vermögen abgeben möchtest. Weil du dich selber nicht mit dem Thema Investieren beschäftigen möchtest, oder weil du einfach zu wenig Zeit dafür hast. Oder so wie in unserem Fall, dass wir einfach mit den Großeltern und Verwandten zusammen für unsere Kinder investieren möchten.

Der Robo-Advisor unterstützt dich bei:

  • den Entscheidungen wie viel Risiko du bei deiner Geldanlage eingehen möchtest und kannst.

  • der Auswahl deines Portfolios, wie hoch der Anteil an Aktien oder Anleihen sein soll.

  • der automatisierten Geldanlage und setzt diese für dich um.

  • der Einhaltung deiner Anlagenstrategie um diese langfristig beizubehalten und das ganz ohne Emotionen.

Für den Service eines Robo-Advisor und der automatisierten Geldanlage musst du bereit sein, einen Aufpreis im Vergleich zur eigenen Geldanlage zu bezahlen. Wäge also ab, ob dir der Zusatznutzen eines Robo-Advisors den Aufpreis wert ist. Wenn du dir diese Kosten sparen möchtest, kannst du dir auch unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung „Investieren lernen für Einsteiger“ durchlesen und hast damit die Grundlagen für einen guten Start als Investor.

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Eine Antwort

  1. Aber das ist doch genau die Kundengruppe, die Robo-Advisor ansprechen möchten: Der Robo-Service richtet sich wohl an Anleger, die eine günstigere Verwaltung als die klassische Anlageberatung wünschen – ein vollautomatisiertes ETF-Portfolio für die Vermögensbildung.

    Es spricht wohl Anleger an, die onlineaffin sind und sich keinem physischen Termin in einer Filiale oder mit einem Conan-der-Barbar-Schwarzenegger im Anzug vor deiner Haustür 😀 aussetzen möchten – für sie eine Lästigkeit.

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