Beachte diese 10 Tipps bevor du dein Geld investierst

Geld investierenLesedauer 9 Minuten

Bevor du dein Geld investierst, solltest du diese 10 Tipps beachten, damit du keine Fehler machst!

Bevor du dein Geld investierst und dein erstes Investment tätigst, solltest du ein paar grundsätzliche Überlegungen anstellen. Denn es dauert wesentlich länger das Geld zu verdienen, als es mit einer schlechten Investition wieder auszugeben und zu verlieren. Meist erfolgen die Investitionsentscheidung viel zu übereilt oder es wird zu viel Vertrauen in todsichere Anlagetipps von Bekannten oder anderen Medien gesetzt. Damit dir so etwas nicht passiert, möchte ich dir ein paar Anregungen mit auf dem Weg geben, damit dir für einen erfolgreichen Start in deine Geldanlage nichts schiefläuft.

Beachte folgende Punkte, bevor du mit dem Investieren beginnst.

Tipp 1: Lege deine Ziele oder auch Sparziele fest und mach dir einen Plan

Geldanlage sollte immer an deine Bedürfnisse und deiner Lebenssituation angepasst erfolgen. Deswegen solltest du zum Anfang jeder Investition immer klare Ziele festsetzten. Was möchtest du mit deiner Geldanlage erreichen? Nur wenn du deine Ziele oder eben auch Sparziele kennst, kannst du die geeignete Investition auswählen.

Die Ziele können dabei immer sehr unterschiedlich sein. Jedes Ziel hat seine eigenen Anlagemöglichkeiten. Ist es die eigene Ausbildung oder die für deine Kinder, ist es das Eigenheim, der nächste Urlaub oder gar der Ruhestand? Das wichtigste hierbei ist, das du weist, wofür du dein Geld anlegen und investieren möchtest. Nur wer seine Ziele ganz klar kennt, kann und wird Sie auch erreichen. Stelle dir also folgende Fragen:

  • Wann möchtest ich men Geld wieder zur Verfügung haben?

  • Für wie lange kann ich mein Geld in ein Investment binden?

  • Wie lange kann ich auf mein Geld verzichten?

  • Wie lang ist meine statistische Lebenserwartung?

Hier kannst du mehr lesen zum Sparziele definieren

Tipp 2: Du musst einen Zeithorizont bestimmen

Bevor du dein Geld fest binden solltest, musst du erst einmal wissen wie lang dein Zeithorizont ist. Dafür sind deine zuvor definierten Ziele von entscheidender Rolle. Zum Beispiel ist der Anlage Zeitraum für deine Altersvorsorge mit 30 Jahren viel länger als für deinen nächsten Urlaub, der in den nächsten 12 Monaten stattfindet.

Der Anlagehorizont sollte die Wahl deiner Anlageform maßgeblich beeinflussen. Wichtig zu wissen ist, dass mit einem längeren Anlagehorizont durchaus auch größere Risiken eingegangen werden können. Denn du kannst die meisten Krisen, wie jetzt die Coronakrise einfach aussitzen, oder als neue Kaufgelegenheit nutzen kannst.

Das Alter ist natürlich auch ein großer Faktor denn man mit betrachten sollte, da man in seinem Ruhestand meist auch keinen Anlagehorizont für die nächsten 40 Jahre hat. Dennoch ergibt es Sinn im Alter zu investieren oder investiert zu sein. Hier sollte aber eine andere Anlage Strategie gewählt werden, wie wenn man 20 oder 30 Jahre alt ist und zusätzlich sollte immer genügend Cash gehalten werden um auch mal paar Jahre überbrücken zu können.

Deswegen ist es ebene auch so wichtig seine Sparziele zu kennen um den richtigen Anlagehorizont festlegen zu können. Stelle dir dafür folgende Fragen:

  • Wie viel Risiko möchte ich eingehen, bin ich eher auf Sicherheit bedacht oder Risiko?

  • Sind mir Renditechancen wichtiger als mögliche Risiken?

  • Kann ich einen Teilverlust oder Totalverlust verkraften?

  • Kann ich Kursverluste ertragen, ohne unruhig zu werden?

Tipp 3: Werde dir deiner Risikotoleranz bewusst

Die Risikotoleranz ist mit ein großer Baustein bei deinen Investitionsentscheidungen. Nur wenn du zu deinen Entscheidungen stehst und deinen Plan durchziehst, wirst du langfristigen Erfolg beim Investieren haben. Eines der größten Feinde eines Investors sind Angst und Gier. Je weniger emotional du bist, desto clevere Entscheidungen wirst du bei deinen Geldanlagen treffen. Am besten ist es, du investierst einmal und schaust viele Jahre nicht mehr in dein Depot.

Du solltest dir gleich zu Beginn bewusst machen, wie viel Risiko du aushalten kannst ohne unruhig schlafen zu können. Den in der Ruhe liegt die Kraft, gerade beim Investieren deines Geldes. Deine eigene Risikotoleranz kannst du sehr gut mit dem Magischen Dreieck der Geldanlage ermitteln. Hier hängt auch vieles wieder von deinem Alter ab, bist du noch ein junger Mensch, verträgst du ein wesentlich höheres Risiko, als jemand, der kurz vor seinem Ruhestand steht. Um so höher dein Alter ist, um so mehr solltest du dich auf den Vermögenserhalt konzentrieren.

Hier erfährst du mehr über das Magische Dreieck der Geldanlage

Stelle dir also folgende Fragen:

  • Wie viel Risiko möchte ich eingehen, bin ich eher auf Sicherheit bedacht oder Risiko?

  • Sind mir Renditechancen wichtiger als mögliche Risiken?

  • Kann ich einen Teilverlust oder Totalverlust verkraften?

  • Kann ich Kursverluste ertragen, ohne unruhig zu werden?

  • Wie wichtig ist mir eine stabile Wertentwicklung?

  • Wie alt bin ich und kann ich Krisen ohne Probleme aussitzen?

Tipp 4: Schaue dir deine Schulden an und Tilge sie

Bevor du anfängst dein hart verdientes Geld zu investieren, solltest du dir deine Schulden genauer anschauen. Du solltest auf jeden Fall, falls vorhanden deine hoch verzinsten Kreditkartenschulden, deinen Dispo ausgleichen und teure Konsumkredite abbezahlen. Manchmal sollte man auch seine Schulden umschulden, um von den hohen Zinsen wegzukommen.

Eine Immobilienfinanzierung musst du nicht sofort tilgen, den meist zahlt man hier drauf nicht so hohe Zinsen, was aber Sinn ergeben kann ist, dass du in regelmäßigen Abständen prüfst, ob du einen günstigeren Kredit für die Finanzierung oder für die Anschlussfinanzierung nach Sollzinsbindung finden kannst. Hier findest du Baufinanzierungsrechner.

Stelle dir folgende Fragen:

  • Welche Schulden habe ich genau?

  • Wie viel Zinsen zahle ich auf meine Kredite und meinen Dispo und ergibt eine Umschuldung Sinn?

  • Wie viel Zinsen zahle ich auf meine Immobilienfinanzierung? Geht es günstiger?

  • Nutze ich oft den Dispokredit und wie kann ich es ändern?

Tipp 5: Finde deinen monatlichen Sparbetrag heraus

Finde heraus wie viel Geld du hast, dass du sorglos in deine Anlagenziele investieren kannst. Hierfür empfiehlt es sich ein Haushaltsbuch zu führen. Denn wenn du deine Einnahmen deinen Ausgaben gegenüber stellst, findest du schnell heraus wie viel Geld dir zum Investieren bleibt.

Sei bei deinem Sparbetrag realistisch und mach dein Haushaltsbuch wirklich genau, den es bringt nichts, wenn du deinen Sparbetrag nicht halten kannst. Es bringt dir auch nichts, wenn du dich in finanzielle Engpässe begibst und dein investiertes Geld mit Verlusten wieder abziehen musst. Fange lieber mit kleineren Sparbeträgen an und gucke wie du damit hinkommst und passe es bei Bedarf einfach an. Heutzutage hast du das Glück, dass du schon bei vielen Anbietern mit 50 Euro investieren kannst, bei manchen sogar schon ab 25 Euro. Je früher du damit beginnst, desto besser.

Hier erfährst du mehr zum Führen eines Haushaltsbuches

Stelle dir folgende Fragen:

  • Wie hoch soll meine Notfallrücklage sein?

  • Habe ich schon Erspartes, dass ich für die Notfallrücklage nutzen kann?

  • Wo werde ich meine Notfallrücklage ablegen?

  • Teile ich meine Notfallrücklage in Tagesgeld und Festgeld auf oder habe ich alles auf dem Tagesgeldkonto?

Tipp 6: Lege dir eine Notfallrücklage an

Unerwartete Ausgaben können dich eigentlich jeder Zeit treffen und am meisten fallen sie über dich her, wenn es dir am wenigsten passt. Geht mal der Kühlschrank kaputt oder das Auto braucht eine teure Reparatur, kann es schnell passieren, das du schnell viel Geld benötigst.

Damit dich die unerwarteten Ausgaben nicht ganz so hart treffen, empfiehlt es sich eine Notfallrücklage für diese Ereignisse zu bilden. Denn so kommst du nicht in die Verlegenheit einen Kredit aufnehmen zu müssen oder an dein investiertes Geld ranzugehen. Mit einer Notfallrücklage hast du immer einen Spielraum und kannst sogar eine Arbeitslosigkeit etwas abfedern.

Hier erfährst du alles zum Bilden einer Notfallrücklage

Um deine Notfallrücklage von deinem Girokonto zu trennen, empfiehlt es sich das Geld auf ein Tagesgeldkonto zu parken. Auf dem Tagesgeldkonto bekommst du zwar kaum noch Zinsen, dafür ist es aber jeder Zeit verfügbar und bist flexibel mit deiner Notfallrücklage. Ich persönlich habe einen Teil meiner Rücklagen auch in Festgeld angelegt, um eine etwas höhere Verzinsung zu erhalten (meine Rücklagen liegen bei 6 Monatsgehälter). Wie du es machst, hängt von deiner Risikotoleranz ab und liegt bei dir.

Stelle dir folgende Fragen:

  • Wie hoch soll meine Notfallrücklage sein?

  • Habe ich schon Erspartes, dass ich für die Notfallrücklage nutzen kann?

  • Wo werde ich meine Notfallrücklage ablegen?

  • Teile ich meine Notfallrücklage in Tagesgeld und Festgeld auf oder habe ich alles auf dem Tagesgeldkonto?

Tipp 7: Beginne so früh wie möglich mit der Geldanlage

Umso früher du beginnst dein Geld zu investieren, umso mehr profitierst du vom Zinseszinseffekt. Vom Zinseszinseffekt profitierst du, wenn du deine Erträge aus Dividenden oder Verkäufen von Aktien immer wieder neu investierst und auf den Erträgen wieder neue Gewinne machst. Selbst wenn du nur kleine Beträge zur Verfügung hast und diese investierst, erhöht der Faktor Zeit deine Rendite wesentlich. Vor allem für junge Menschen lohnt sich der Einstieg um so mehr.

Aber auch für ältere Menschen lohnt sich noch der Einstieg an der Börse, um ihr Geld zu investieren. Hier steht der Fokus vielleicht nicht auf Wachstum aber wenigstens auf Werterhalt, um die Inflation zu schlagen. Es gibt viele verschiedene Strategien, zum Beispiel eignet sich die Dividenden Strategie. Hier ist nicht das Wachstum von Entscheidung, sondern die Dividendenerträge, die zu einem zusätzlichen Einkommen verhelfen können.

Hier kannst du mehr über den Zinseszinseffekt lesen

Tipp 8: Du solltest niemals alles auf eine Karte setzten

Langfristigen Erfolg wirst du mit deiner Geldanlage nur dann haben, wenn du nicht alles auf eine Karte setzte und auf den einen großen Coup hoffst. Deine Anlagestrategie sollte immer ausgewogen und bedarfsgerecht sein. Deshalb solltest du beim Investieren niemals alles auf eine Karte setzten. Das Zauberwort heißt Diversifikation, du musst dein investiertes Geld auf verschiedene Anlageklassen aufteilen und in Unternehmen in vielen verschiedenen Bereichen und Branchen streuen.

Angenommen du möchtest in Aktien investieren, solltest du nicht jeden Monat dein Geld in die gleiche Aktie investieren, sondern jeden Monat in ein anderes Unternehmen. Am besten aus vielen verschiedenen Branchen die vielleicht sogar in einer Wechselbeziehung zueinander stehen. Sprich, wenn es der eien Branche nicht so gut geht, das ein andere Banche davon profitiert.

Diversifikation steht aber auch dafür, das man nicht nur in Aktien in verschiedenen Branchen investiert, sondern auch in Immobilien, Anleihen, Rohstoffe oder andere alternative Investments. Mit den verschiedenen Anlageklassen kannst du dir ganz nach deinen persönlichen Bedürfnissen und deiner eigenen Risikotoleranz ein Portfolio zusammenstellen.

Tipp 9: Achte auf deine Kosten

Wenn du dein Geld investierst, achte immer auf deine Kosten. Egal ob du deine Investments offline in der Filialbank oder bei einer Direktbank wie der ING DiBa tätigst, Kosten fallen immer an. Doch Direktbanken haben meist viel günstigere Gebühren, von denen du profitieren kannst. Gerade wenn du nur kleine Beträge investieren kannst, macht es schon einen großen Unterschied, ob du 1 Euro oder nur 1 Euro bezahlst. Am besten du kombinierst eine Direktbank mit einem günstigen Broker.

Aber je nachdem in was du dein Geld investierst, gibt es auch versteckte Kosten wie Ausgabeaufschlag, Transaktionsgebühren, Depotgebühren und Performancegebühren, die dementsprechend die Rendite schmälern. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sind teilweise groß.

Du solltest deine Investitionen, die du tätigst, auch nicht zu oft infrage stellen und dich umentscheiden. Denn wer oft kauft und wieder verkauft für eine ein anderes Investment, wird hier immer Gebühren zahlen. Dieses Hin und Her macht oft die Taschen leer. Deine Investmententscheidungen sollten so sorgfältig getroffen werden, dass du deine Investition am besten nie wieder verkaufen musst.

Als günstige Einstiegsmöglichkeit bieten sich meist ETFs an, denn gegenüber den aktiv gemanagten Investmentfonds, haben ETFs den Vorteil, dass Sie keinen Ausgabeaufschlag oder eine Performancegebühr verlangen. Bei einem ETF fallen meist nur geringe Managementgebühren (als TER bezeichnet) an. Diese sind im Vergleich zu aktiv gemanagten Investmentfonds wesentlich günstiger.

Hier kannst du mehr darüber erfahren, wie du einen ETF Sparplan erstellen kannst

Tipp 10: Steuern und Inflation beachten

Zu den Verwaltungsgebühren deines investierten Geldes kommen noch Steuern und Inflation hinzu. Du solltest immer daran denken, dass sobald du Gewinne realisierst, immer 25 Prozent Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag (und ggf. Kirchensteuer) begleichen musst. Zum Anfang, wenn du noch nicht mit soviel Geld investiert bist, macht es auch Sinn auf den Freibetrag zu achten. Dieser liegt bei Singles bei 801 Euro und bei Ehepaare bei 1602 Euro. Wenn du Gewinne realisieren möchtest, achte darauf, dass du Freibeträge clever nutzt und vielleicht mit einem weiteren Verkauf bis ins folge Jahr wartest.

Auch die Inflation sollte beachtet werden, denn sie schmälert ebenfalls deine Rendite. Im Durchschnitt liegt diese um die 2 Prozent jährlich. Weswegen du immer darauf achten solltest, dass du eine Anlagenklasse wählst, die die Inflation ausgleicht. Somit hast du keinen Wertverlust deines Geldes.

Wenn du diese 10 Tipps für deine Geldanlage beachtest, befindest du dich auf einen guten und sicheren Weg. Somit wirst du auch aus kleinen Beträgen ein kleines Vermögen aufbauen können. Wen du mehr lernen möchtest zum Thema Geld investieren, dann lese dir doch unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung durch:

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